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Sonnenuntergang über Wien mit dem Stephansdom Kulturpartner / Stephansdom Wien

Stephansdom Wien

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Der Stephansdom Wien

Der Stephansdom in Wien ist ein Wahrzeichen und das bedeutendste gotische Bauwerk Österreichs. Urkundlich erwähnt ist er erstmals 1137.

Der Wiener Stephansdom steht für Vieles. Er ist ein weltberühmtes Kulturgut und ein Bauwerk, das international keine Vergleiche zu scheuen braucht. Zudem ist er das nationale Wahrzeichen Österreichs und ein Symbol für die österreichische Identität.

Das Bauwerk ist 109 Meter lang und 72 Meter breit. Teile des spätromanischen Vorgängerbaues von 1230/40 bis 1263 sind noch erhalten. Sie bilden die Westfassade, flankiert von den beiden etwa 65 Meter hohen Heidentürmen.

Insgesamt besitzt der Dom vier Türme. Mit 136,4 Metern ist der Südturm der höchste. Der Nordturm blieb dagegen unvollendet und ist nur 68 Meter hoch.

Stephansdom Wien in der Abenddämmerung über den Dächern der Stadt
Südturm des Stephansdoms vor blauem Himmel

Die bekannteste Glocke des Stephansdoms, die Pummerin, hängt im 68,3 Meter hohen Nordturm. Sie ist die zweitgrößte freischwingend geläutete Kirchenglocke Europas.

Vor allem aber ist der Stephansdom neben seiner kulturellen Bedeutung eine Kirche. St. Stephan ist das spirituelle wie auch geografische Zentrum der Stadt Wien.


Stephansdom Wien – ein Vorgeschmack auf die virtuelle Entdeckungsreise

Die kostenlose 3D-Tour beginnt im Hauptschiff des Doms. Dort heißt Sie Dompfarrer Toni Faber willkommen und begleitet Sie multimedial durch den Dom. Danach führen ergänzende Tourenbereiche im Uhrzeigersinn weiter, zuerst zur Westempore und zur Bartholomäuskapelle. Es folgen die Prinz-Eugen-Kapelle und der Nordturm mit der Pummerin. Außerdem erreichen Sie den Dachboden, die Katakomben sowie die Barbara- und die Katharinenkapelle. Domarchivar, Domkapellmeister und Dombaumeister erzählen dabei in Videos und Audioguides, auf Deutsch oder Englisch. Einige ihrer Geschichten finden Sie schon hier. Zudem stellen wir Ihnen weitere Kulturpartner von Discover Culture vor.

Alle Informationen zum Dom zu St. Stephan in Wien

Der Domkapellmeister von St. Stephan

Im Wiener Stephansdom leitet der Domkapellmeister die Wiener Dommusik. Sie ist eines der bedeutendsten Kirchenmusik-Ensembles Österreichs.

Zur Wiener Dommusik gehören der Wiener Domchor, das Vokalensemble St. Stephan und das Frauenensemble Capella St. Stephan. Dazu kommen die Dom Gregorianik Schola und das Wiener Domorchester. Außerdem musizieren Solistinnen und Solisten der Wiener Opernhäuser und drei hauptamtliche Organisten mit.

Ihre zentrale Aufgabe ist die musikalische Gestaltung der Sonntagsmesse. Das Repertoire reicht vom gregorianischen Choral bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Im Zentrum steht die geistliche Musik Wiener Komponisten: Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert. Dazu kommen Werke von Komponisten mit direktem Bezug zum Stephansdom in Wien. Das sind etwa Michael Haydn, Johann Georg Albrechtsberger und Johann Joseph Fux.

So wird der Genius Loci des Doms hörbar. Die universelle Sprache der Musik berührt dabei ein internationales, vielfältiges Publikum.

Das Grabmal Kaiser Friedrichs III. im Stephansdom Wien

Das Grabmal von Kaiser Friedrich III. zählt zu den bedeutendsten Grabdenkmälern Europas. Friedrich III. regierte nahezu das gesamte 15. Jahrhundert. Zudem war er der letzte Kaiser, den der Papst in Rom krönte. Mit seinem Grabmal beauftragte er den berühmten niederländischen Bildhauer Niclas Gerhaert van Leyden.

Fertig war es allerdings erst viele Jahre nach dem Tod des Kaisers. Das Monument beeindruckt durch seinen außergewöhnlichen Detailreichtum. Wappen der habsburgischen Herrschaftsgebiete und Darstellungen kaiserlicher Stiftungen schmücken es. Hinzu kommen Figuren der Kurfürsten sowie zahlreiche Tiere als symbolische Schutz- und Wächterfiguren.

Das Material ist roter Salzburger Marmor, ein besonders hochwertiges, aber empfindliches kristallines Gestein. Die Deckplatte des Sarkophags besteht aus einem einzigen Steinblock, eine außergewöhnliche handwerkliche Leistung. Zum Schutz des Originals ist es nicht frei zugänglich.

Auf der Westempore des Doms befindet sich jedoch eine präzise 1:1-Laserkopie. Dort können Sie sie aus nächster Nähe betrachten, einschließlich der Oberseite der Grabplatte. Am Original ist diese nicht einsehbar.

Die Pummerin und das Neujahrsläuten

Das Neujahrsläuten der Pummerin zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung der Stephansdom für die Menschen in Wien und Österreich hat.

Die Pummerin ist die größte Glocke des Landes und der Gottesmutter Maria geweiht. Traditionell läutet sie das neue Jahr ein. Diese Tradition ist in Europa nahezu einzigartig: Noch bevor der Donauwalzer erklingt, eröffnet ihr feierliches Läuten den Jahreswechsel. Seit Generationen gehört dieser Moment für viele Menschen untrennbar zum Jahresbeginn. Auch weit über den kirchlichen Kontext hinaus ist er ein fester Bestandteil der österreichischen Identität.

Die Pummerin steht damit für eine jahrhundertealte Tradition. Ebenso steht sie für die enge emotionale Verbundenheit der Menschen mit dem Stephansdom.

Der heutige Musikbereich des Doms liegt erst seit wenigen Jahrzehnten nahe dem Hochgrab Kaiser Friedrichs III. Zuvor war die Dommusik über Jahrhunderte auf Emporen im Westen untergebracht, weit entfernt vom Altarraum.

Die neue räumliche Nähe spiegelt ein verändertes Verständnis der Kirchenmusik wider. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts gilt sie nicht mehr als bloße Ausschmückung des Gottesdienstes. Stattdessen ist sie dessen integraler Bestandteil. Die enge Verbindung von Altar, Verkündigung, Gemeinde und Musikerinnen und Musikern macht das im Stephansdom unmittelbar erlebbar.

Chorpodium und Chororgel

Für Konzerte entsteht in der Mitte des Doms ein eigenes Chorpodium. Es ermöglicht eine optimale Klangentfaltung im gesamten Kirchenraum. Während der Gottesdienste musizieren Chor und Instrumentalensembles dagegen im seitlichen Musikbereich. Dort befinden sich die Chororgel von 1991 und das 2014 errichtete Chorpodium.

Die Kirchenmusik im Stephansdom versteht sich als Teil der Liturgie. Sie begleitet das Gebet und lädt zum Mitsingen ein. Zudem schafft sie einen Raum, in dem Musik Menschen berühren und den Gottesdienst mitgestalten kann. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Chororgel. Sie trägt sowohl die Liturgie als auch die Aufführungen der Wiener Dommusik mit Chören und Domorchester.

Die Pilgramkanzel zählt zu den bedeutendsten Bildhauerwerken der Spätgotik. Bis heute schreibt man sie überwiegend dem Dombaumeister Anton Pilgram zu. Sie beeindruckt durch ihre außergewöhnliche handwerkliche und künstlerische Qualität.

Der obere Teil der Kanzel entstand aus einem einzigen Steinblock. Berühmt ist außerdem das Selbstbildnis des Bildhauers an der Kanzel, eines der frühesten Künstlerporträts dieser Art.

Die Symbolik der Zahlen

Ein besonderes Merkmal der Kanzel und des ganzen Doms ist die mittelalterliche Zahlensymbolik. Dabei spielen die Zahlen 3, 4 und 7 eine zentrale Rolle. Die Drei steht für das Göttliche und die Heilige Dreifaltigkeit, die Vier für die irdische Welt. Zusammen ergeben sie die Sieben, die Zahl der Vollkommenheit und Ganzheit. Diese Symbolik findet sich etwa in den Maßwerkrädern der Kanzel wieder. Ebenso prägt sie die Fenster und die Proportionen des Bauwerks.

Auch die Architektur des Stephansdoms folgt einem durchdachten Zahlenkonzept. Das mittelalterliche Maßsystem basiert auf der Grundzahl 37. So ist jedes Langhaus 37 Fuß breit, und auch die Gesamtlänge des Doms beruht auf einem Vielfachen dieser Zahl. Die 37 verbindet die symbolträchtigen Zahlen 3 und 7. Darüber hinaus besitzt sie mathematische Besonderheiten: 37 × 3 ergibt 111, ein weiterer Verweis auf die Dreifaltigkeit.

Die Verbindung von Architektur, Mathematik und christlicher Symbolik zeigt, wie eng Kunst, Glaube und Wissenschaft im Mittelalter verbunden waren. Der Stephansdom ist dafür eines der eindrucksvollsten Beispiele.

Ein zentraler Blickpunkt im Domraum ist das sogenannte Lettnerkreuz. Seine Bezeichnung geht auf den historischen „Lettner“ zurück. Dieses Bauwerk grenzte bis etwa 1500 den Altarbereich vom übrigen Kirchenraum ab. Es trennte jedoch nicht vollständig, denn Arkaden öffneten es. Im oberen Bereich erlaubte es zudem Predigt und Durchgang.

Das Lettnerkreuz nach dem Brand von 1945

Den Lettner selbst hat man vor rund 500 Jahren entfernt. Das Lettnerkreuz blieb dagegen als bedeutendes liturgisches Symbol erhalten. Beim Brand des Stephansdoms im Jahr 1945 erlitt das prachtvolle, ehemals goldverzierte Kreuz schwere Schäden. Vom ursprünglichen Holzbildwerk blieben nur der Kopf sowie die Arme mit den Unterarmen erhalten. Andere Teile konnte man teilweise retten oder dokumentieren.

Nach dem Krieg ergänzte und rekonstruierte man das Kreuz, auf Grundlage historischer Vorlagen und vorhandener Kopien. Mehrere Jahrzehnte befand es sich im nördlichen Bereich des Doms, nahe einem Gedenkort. Später kehrte es an eine zentrale Position im Kirchenraum zurück. Heute hängt das Lettnerkreuz wieder prominent im Domraum, als schwebendes, raumprägendes Symbol des Stephansdoms.

Mit insgesamt 22 Glocken hat der Stephansdom das größte Geläute Österreichs. Zugleich zählt es zu den bedeutendsten Glockenensembles Europas. Die Pummerin ist als größte Glocke des Landes und „Stimme Österreichs“ weithin bekannt. Ein besonderer Schatz verbirgt sich jedoch im nördlichen Heidenturm der Westfassade.

Die historische Glockenstube des Stephansdoms

Dort befindet sich die historische Glockenstube mit sieben mittelalterlichen Glocken. Die älteste von ihnen ist das Chorglöckl. Ebenso wie Teile des Dachstuhls und der Turmmauern stammt es aus dem 13. Jahrhundert. Damit gehört es zu den ältesten noch genutzten Glocken Österreichs.

Das Geläut ist bis heute ein wesentlicher Teil des Lebens im Dom. Es begleitet Gottesdienste, ruft zum Gebet und kündigt kirchliche Feste an. Außerdem erklingt es zu besonderen Ereignissen oder in Zeiten des Gedenkens. Anders als Museumsobjekte sind die historischen Glocken regelmäßig im Einsatz. Mit ihrem Klang prägen sie die Klanglandschaft der Wiener Innenstadt.

Über Jahrhunderte bestimmten die Glocken den Rhythmus des städtischen Lebens. So warnte die Feuerglocke vor Bränden. Die sogenannte Bieringerin kündigte dagegen täglich die Sperrstunde der Wiener Wirtshäuser an. Im Südturm, dem „Steffl“, schlagen zudem seit dem 15. Jahrhundert die Turmglocken die Stunden. Bis heute verbinden sie Generationen von Wienerinnen und Wienern mit dem Stephansdom.

Die Glocken sind damit weit mehr als historische Klangkörper. Sie sind lebendiges Kulturerbe und ein hörbares Symbol für die Geschichte, den Glauben und das Leben der Stadt Wien.

Die Gotik gilt oft als „Architektur des Lichts“. Die Romanik baute massive Mauern mit kleinen Fenstern. Neue Bautechniken ermöglichten dagegen größere Fensterflächen und lichtdurchflutete Kirchenräume. Dadurch wurde das Licht zu einem wesentlichen Gestaltungselement und prägte die spirituelle Wirkung der Architektur.

Auch im Stephansdom spielt die Lichtführung eine zentrale Rolle. Der Kirchenbau ist so ausgerichtet, dass das Morgenlicht den Altar erreicht. Im Laufe des Tages entfalten sich danach unterschiedliche Lichtstimmungen im Raum. Von den mittelalterlichen Glasfenstern sind heute noch jene beiderseits des Hochaltars erhalten. Sie vermitteln einen Eindruck davon, wie der ganze Dom ursprünglich gewirkt hat.

Licht und Glas im Stephansdom heute

Im Langhaus ersetzte man die mittelalterlichen Fenster bereits in der Barockzeit. Das veränderte den Charakter des Innenraums deutlich. Früher schuf man bewusst eine geheimnisvolle, dunklere Atmosphäre. Historische Quellen berichten sogar vom Einsatz von Ruß, um die Gewölbe abzudunkeln. Heute steht dagegen eine helle und transparente Raumwirkung im Vordergrund.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzten Fenster lassen deutlich mehr Tageslicht in den Dom. Dadurch treten Skulpturen, Altäre und architektonische Details aus Stein stärker hervor. Ergänzend inszeniert eine moderne Beleuchtungsanlage den Kirchenraum je nach Anlass wirkungsvoll. Für ihre herausragende Gestaltung erhielt sie eine Auszeichnung.

So zeigt der Stephansdom eindrucksvoll, wie sich der Umgang mit Licht über die Jahrhunderte verändert hat. Architektur, Glas und Beleuchtung prägen gemeinsam die besondere Atmosphäre des Kirchenraums.


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